Weinflasche aus dem Weingut Reichertshof

Die Traubenlese: Grundlage eines guten Jahrgangs

Sonnenschein bis zur Ernte ist ideal für die Trauben

Sonnenschein bis zur Ernte ist ideal für die Trauben (Bild: Inka Jensen)

Der Herbst ist für mich und meine Familie der Höhepunkt des Jahres: Es ist die Zeit der Traubenlese. Jede Hand wird gebraucht um die kostbaren Trauben zu ernten. Dabei hilft die ganze Familie mit, aber auch Saisonkräfte. Wir hoffen auf viel Sonnenschein, damit sich unsere Trauben bis zur Ernte bestmöglich entwickeln können.

Je nach Weinjahr beginnt die Lese der frühen Rebsorten schon im September, die Ernte kann aber bis in den November andauern. Durch Messen des Zuckergehalts in den Trauben kann ich feststellen, wann der optimale Zeitpunkt zur Lese ist. Wir achten sehr darauf, dass nur gesundes und reifes Lesegut geerntet wird, denn Qualität ist unser oberstes Gebot.

Auf der Rioler Seite der Mosel sind die Weinlagen eher flach, hier wachsen zum größten Teil unsere „frühen Sorten“ wie Rivaner, Kerner, Bacchus, Dornfelder aber auch die Burgundersorten wie Weißburgunder, Grauburgunder und Blauer Spätburgunder. In den flachen Lagen können wir unsere Trauben mit einer Erntemaschine lesen, dem so genannten Vollernter. Die Erntemaschinen befinden sich auf dem neuesten Stand und arbeiten sehr schonend. So garantieren wir eine sorgsame Verarbeitung unserer Trauben.

In den Steilhängen, wo unser guter Riesling wächst, ist nur reine Handarbeit möglich, keine Maschine schafft es den steilen Berg hinauf. Doch es ist ein wunderschönes Gefühl, bei Sonnenschein aber auch bei Nieselwetter im Weinberg zu stehen und die Trauben in der Hand zu halten, die später zu unseren guten Weinen verarbeitet werden.

Unsere Heimat Riol liegt inmitten von Weinbergen

Unsere Heimat Riol liegt inmitten von Weinbergen (Bild: Inka Jensen)

Weiterverarbeitung der Trauben: Vom Most zum Federweißer

Die geernteten Trauben werden sofort nach Hause zum Keltern gefahren. Auf schonende Weise werden sie gepresst, der süße Most wird in einem Weintank aufgefangen. Der noch trübe Most wird auf natürliche Weise durch Absetzen der Trubstoffe vorgeklärt, die Gärung kann beginnen. Nach wenigen Tagen entsteht der bekannte „Federweißer“, der durch die entstandene Kohlensäure und Alkohol schon weißlich aussehende Most. Der Name kommt von den schwebenden Hefestoffen, die wie kleine Federchen im Most schwirren. In diesem Stadium schmeckt der junge Wein noch süß und hat wenig Alkohol. Er enthält viele Vitamine und schmeckt besonders gut zu Zwiebelkuchen. Wir laden Sie gerne dazu ein, den jungen Wein mit uns zu probieren!

Aktualisiert am 17. September 2009