Weinflasche aus dem Weingut Reichertshof

Wie sich der Betrieb entwickelt hat

Der Reichertshof gehört zu den ältesten Betrieben in Riol. Er wurde von der Familie meiner Großmutter gegründet, in deren Elternhaus wir noch heute leben. Wie fast überall an der Mosel war unser Weingut früher ein landwirtschaftlicher Mischbetrieb. Wir bauten hauptsächlich Wein und Äpfel an, denn der Rioler Viez (Apfelwein) war ein begehrtes Getränk bis weit über die Ortsgrenzen hinaus. In der eigenen Brennerei hatten wir die Möglichkeit, von unserem Obst köstliche Schnäpse zu brennen. Diese ist bis heute erhalten.

Das Elternhaus von Peter Oberbillig im heutigen Zustand

Das Elternhaus von Peter Oberbillig im heutigen Zustand

Da im Laufe der Jahre die Spezialisierung der Landwirtschaftsbetriebe unumgänglich wurde, verwandelten sich unsere besten Lagen nach und nach in Weinberge. Die Viehzucht wurde aufgegeben, der Betrieb ganz auf Weinbau ausgerichtet. Einige Obstflächen wurden dennoch angelegt, um weiterhin die Brennerei zu betreiben und Viez auszubauen. Seit 1972 besteht die heutige Betriebsstruktur.

Im Jahre 1987 haben wir als erster Betrieb in Riol die Rebsorte „Blauer Spätburgunder“ angepflanzt. Diese Trauben ernteten wir 1990 zum ersten Mal. Dies war ein genehmigter Versuch, erst danach wurde der Anbau von Rotwein an der Mosel erlaubt. 1989 habe ich zum ersten Mal eine trockene Spätlese und Auslese abgefüllt. Damals wurde dies noch belächelt, denn Moselwein stand traditionell für liebliche Weine. Heute dürfen hochwertige trockene Weine auf keiner Karte fehlen.

Reichertshof heute

Da unser Weingut ein Familienbetrieb ist, helfen alle mit. Meine Ehefrau Anne und ich arbeiten gemeinsam in unserem Weingut, wobei sie sich hauptsächlich um die Gästezimmer kümmert, etikettiert, bei der Traubenlese und dem Füllen hilft. Auch unsere Kinder Hanna und Simon sind oft im Weinberg mit dabei. Für Saisonarbeiten beschäftigen wir polnische und deutsche Aushilfskräfte.